Seit
dem 23.4.1865 gibt es unsere Albinus- Realschule. Sie wurde nicht von einem
Herrscher oder einer staatlichen Verwaltung gegründet, sondern von einem Bürger
unserer Stadt:
Christian Friedrich Ludwig Albinus (1771
- 1837)
Es war sein Bestreben, dass die Menschen in seiner Heimatstadt durch die Förderung
ihrer Ausbildung in Selbstständigkeit und Unabhängigkeit ein menschenwürdiges
Leben führen könnten.
So plante er selbst die Unterrichtsinhalte, die ihm für dieses Ziel wichtig
erschienen: Praktische Fähigkeiten sollten durch solides Hintergrundwissen
untermauert werden, aber auch die Heranbildung zum verantwortungsvollen
Mitmenschen sollte nicht zurückstehen. Dabei dachte er auch - seiner Zeit
voraus - an die Ausbildung von Mädchen, die damals in der Regel durch
mangelnden Unterricht zu Unwissenheit, Armut und Abhängigkeit verdammt waren.
Diese Grundideen der Menschenbildung haben nun seit fast 140 Jahren das Bild
unserer Schule geprägt und zu ihrer unverkennbaren Wesensart beigetragen.
Albinus stellte testamentarisch sein eigenes großes Haus am Elbhang als erstes
Schulgebäude zur Verfügung.
1872 wurde daneben die "alte Albinus- Schule" (heute Sonderschule)
gebaut. Seit 1964 befindet sich die Albinus- Realschule hier am Schulzentrum auf
dem Hasenberg.
Wir fühlen uns als eine der ältesten
Realschulen des Landes Schleswig-Holstein unserer Tradition in positiver Weise
verpflichtet und stellen uns gleichzeitig den pädagogischen Herausforderungen
der Gegenwart und Zukunft.
Wir wissen uns in unserer täglichen Erziehungsarbeit der Geisteshaltung und dem
Handeln des Stifters unserer Schule Christian Friedrich Ludwig Albinus
verpflichtet, der die Besinnung auf die eigenen Kräfte forderte und Gemeinsinn
vor Eigennutz stellte.
Wir sind eine Schule, in der sich alle am Schulleben Beteiligten der großen
Albinus- Familie zugehörig fühlen und sie nach besten Kräften aktiv
mitgestalten.
Die Geschichte unserer Schule
Chr.F.L.Albinus
verstarb am 5. Juli 1837, doch ehe eine Schule in seinem Haus eingerichtet
werden konnte, so wie es die Stiftung vorsah, dauerte es noch einige Jahre.
Zunächst bewohnte seine Tochter Christiane Sophie das Albinus- Haus. Als sie im
Dezember 1864 verstarb, wurden im Albinus- Haus eine einklassige Gewerbeschule
(am 23.04.1865) und eine zweiklassige Realschule (am 10.10.1865) eingerichtet.
Alle Kosten einschließlich der Lehrergehälter mussten aus Stiftungsmitteln
bezahlt werden.
Bald wurde das Gartenhaus des Stifters für den wachsenden Schulbetrieb zu klein. Im Garten des Albinushauses wurde ein Neubau erstellt, der am 25.09.1872 feierlich eingeweiht wurde.
Das
Gartenhaus diente nun dem Rektor als Wohnhaus, bis es 1970 von der Stadt
verkauft wurde.
Die Realschule war damals ein Realprogymnasium. In der Sexta lernten die Schüler Latein als 1. Fremdsprache, ab Quinta Französisch ,dann folgte Englisch als 3. Fremdsprache.
Die Schule umfasste die Klassen 5 - 11, die Prima musste an einem Gymnasium (Lüneburg oder Ratzeburg) besucht werden.
Für den Besuch der Schule mussten die Schüler ein Schulgeld bezahlen.
1876 hat die Schule 159 Schüler, 94 davon sind Auswärtige.
Bereits Ostern 1892 wird die Schule in eine lateinlose Realschule umgewandelt, 1898 beschließt der Vorstand der Albinusstiftung, die Realschule eingehen zu lassen.1902 wird das Lehrerkollegium aufgelöst
Bereits 1900 wurde die Albinusschule als Mittelschule mit 2 Klassen als Privatschule neu eröffnet, Ostern 1904 hat die Schule 6 Klassen und 8 Lehrer. Ein Jahr später wird sie als "Rektoratsschule" anerkannt. 1919 übernimmt die Stadt Lauenburg die Trägerschaft über die Schule. 1920 werden die ersten (8) Mädchen in die Schule aufgenommen (1924 bereits 66 Mädchen), die Schule wird 1921 als öffentliche Mittelschule anerkannt.
1925 hat die Mittelschule 172 Schüler/Schülerinnen in 6 Klassen.
1935
wird der Schule das Recht verliehen, die HJ- Fahne zu hissen, weil alle
Schülerinnen und Schüler der Hitlerjugend und ihren Gliederungen angehören.
1937 besuchen 170 Schüler (davon 68 Mädchen) die Mittelschule. Am 19.04.1945
erzwingen die Kriegshandlungen in Lauenburg die Schließung der Schule.
Erst am 1.8.1946
kann der Unterricht wieder aufgenommen werden Das ausgeplünderte Schulgebäude
trägt weiterhin den Namen "Albinus- Schule. Im Winter 1946/47 musste das
Gebäude nochmals für die Unterbringung britischer Soldaten geräumt
werden. 1961 beträgt die Schülerzahl 257 Schülerinnen und Schüler (115
Mädchen), die von 15 Lehrkräften unterrichtet werden.
Bereits am 2.12.1962 zieht die Schule in das neue Schulgebäude auf dem Hasenberg um, die Einweihung findet erst im Januar 1964 statt. 1966 werden alle Mittelschulen in "Realschulen" umbenannt. 1968 wird die neue Sporthalle auf dem Hasenberg eingeweiht. 1974 entsteht das Schulzentrum auf dem Hasenberg.
1975 beträgt die Schülerzahl 631 Schülerinnen und Schüler (311 Jungen, 320 Mädchen), 24 Lehrer (davon 13 Lehrerinnen) unterrichten 19 Klassen. 1978: 712 Schülerinnen und Schüler besuchen in 23 Klassen die Albinus- Realschule. Die Schülerzahl geht in den folgenden Jahren auf 481 (1984) zurück.
1985 wird der Sportplatz eingeweiht.
Das Kollegium im Jubiläumsjahr 1985
Wer
nicht am Ratespiel "who is who" teilnehmen will,
der kann hier des Rätsels Lösung
erfahren: ![]()